Als arbeitnehmerähnliche Selbständige werden Selbständige mit (im wesentlichen) einem Auftraggeber und ohne eigene (sozialversicherungspflichtige) Arbeitnehmer angesehen. Gesetzlich geregelt ist das in § 2 Nr. 9 SGB VI. Arbeitnehmerähnlicher Selbständige müssen Pflichtbeiträge in die gesetzliche Rentenversicherung abführen. Früher wurde der arbeitnehmerähnliche Selbständige auch als rentenversicherungspflichtiger Selbständiger bezeichnet.

Die Beiträge muss der arbeitnehmerähnliche Selbständige selbst abführen, anders als beim Arbeitnehmer, bei dem der Arbeitgeber die Hälfte als Arbeitgeberbeitrag zahlt. Nur in den ersten drei Jahren der Existenzgründung und nur auf Antrag oder unter bestimmten Umständen nach vollendetem 58. Lebensjahr ist eine Befreiung von der gesetzlichen Rentenversicherungpflicht für arbeitnehmerähnliche Selbständige möglich.

Für arbeitnehmerähnliche Selbständige kommt die Beitragspflicht überraschend, weil sie davon keine Kenntnis haben. Leider klären die Steuerberater ihre Klienten auch nicht darüber auf; im Gegenteil erhalten arbeitnehmerähnliche Selbständige falsche Auskünft vom Steuerberater (Originalzitat: „In den ersten drei Jahren haben Sie Welpenschutz“).

Der arbeitnehmerähnliche Selbständige erfährt meist auf zwei Wegen von seiner Rentenversicherungspflicht. Zum einen durch eine Betriebsprüfung bei seinem Auftraggeber, wenn der Betriebsprüfer den Status überprüft. Zum anderen durch Anträge bei der DRV, z.B. auf Befreiung von der Rentenversicherungspflicht zugunsten eines Versorgungswerks (Arzt, Anwalt u.a.) oder weil der Selbständige freiwillige Rentenversicherungsbeiträge zahlen will. Voraussetzung dafür ist, dass eine echte Selbständigkeit vorliegt, was die DRV dann genauer prüft, häufig mit dem nicht erwarteten Ergebnis, dass eine gesetzliche Rentenversicherungspflicht vorliegt (und daher eine freiwillige Versicherung nicht in Betracht kommt). Auch Lücken im Versicherungsverlauf können zu entsprechenden Nachforschungen der DRV führen. Wir warnen daher vor jeder unüberlegten Antragstellung, die Verfahren der DRV für Selbständige enden häufig bei Scheinselbständigkeit.

Für arbeitnehmerähnliche Selbständige, die glauben scheinselbständig zu sein, und die sozialversicherungspflichtig beschäftigt werden wollen, lohnt sich das Statusfeststellungsverfahren oft. Aber auch hier sollten die Folgen gut durchdacht und geprüft sein.

Mehr Informationen zum arbeitnehmerähnlichen Selbständigen finden Sie im Rechtslexikon auf felser.de unter dem Stichwort „arbeitnehmerähnlicher Selbständiger“.

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