Arbeitnehmerähnliche Selbstständige sind nach § 2 Nr. 9 SGB VI Selbstständige mit im wesentlichen einem Auftraggeber und ohne eigene sozialversicherungspflichtige Arbeitnehmer.  Der Status des arbeitnehmerähnlichen Selbstständigen wird gerne mit der Problematik der Scheinselbstständigkeit vermischt.

Nach dem SGB VI sind arbeitnehmerähnliche Selbstständige rentenversicherungspflichtig, müssen also Beiträge in die gesetzliche Rentenversicherung der Deutschen Rentenversicherung Bund einzahlen. Die Beitragslast trifft arbeitnehmerähnliche Selbstständigen persönlich, anders als bei Arbeitnehmern gibt es keinen Arbeitgeber- und Arbeitnehmeranteil.  Der arbeitnehmerähnliche Selbstständige trägt vielmehr den gesetzlichen Rentenversicherungsbeitrag in voller Höhe alleine (derzeit 18,7 %).

Voraussetzung „nur“ der Rentenversicherungspflicht ist allerdings, dass es sich um echte Selbstständige und nicht Scheinselbstständige handelt. Ist der vermeintlich Selbstständige allerdings tatsächlich scheinselbstständig,  ist er nicht nur rentenversicherungspflichtig, sondern in allen Zweigen der gesetzlichen Sozialversicherung versicherungspflichtig. Die Beiträge des Scheinselbstständigen  werden aber wie bei einem Arbeitnehmer vom Arbeitgeber und Arbeitnehmer aufgebracht.

Viele arbeitnehmerähnliche Selbstständige wissen allerdings nichts von ihrem rentenversicherungspflichtigen Status.  Sie werden daher oft von Beitragsnachforderungen der Deutschen Rentenversicherung Bund überrascht, die für bis zu fünf Jahre nachgefordert werden können.

Arbeitnehmerähnliche Selbstständige flüchten angesichts der oft fünfstelligen  Beitragsnachforderung der Deutschen Rentenversicherung gerne in den Status des Scheinselbstständigen, da dann die Beitragsnachforderung den bisherigen Auftraggeber trifft. Der Status des Scheinselbstständigen kann sich für diesen lohnen.

Der arbeitnehmerähnliche Selbstständige ist im Verfahren gegen den bisherigen Auftraggeber praktisch Kronzeuge der Deutschen Rentenversicherung Bund. Da der bisher als vermeintlich Selbstständiger tätige Mitarbeiter im Verfahren von der Deutschen Rentenversicherung beziehungsweise dem Sozialgericht angehört wird, fällt der Rentenversicherung der Nachweis einer weisungsabhängigen Tätigkeit unter Eingliederung in den Betrieb des Auftraggebers leicht.

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