Ein Arzt kann sowohl selbständig als auch abhängig beschäftigt (als Arbeitnehmer) tätig sein. Daneben kommt aber auch eine scheinselbständige Beschäftigung oder eine selbständige, aber rentenversicherungspflichtige Beschäftigung in Betracht. Eine Rentenversicherungspflicht bei der DRV kann auch in Betracht kommen, wenn der Mediziner beim Versorgungswerk versichert ist.

Selbständig tätig wird ein Arzt typischerweise in eigener Arztpraxis oder in einer Praxisgemeinschaft oder als Gesellschafter einer Gemeinschaftspraxis. Aber auch in einer Gemeinschaftspraxis kann ein Mediziner scheinselbständig tätig sein, wenn eine Scheingesellschaft vorliegt, so das Bundessozialgericht.

Wird ein Mediziner als Stationsarzt, Notarzt oder Narkosearzt (Anästhesist) in einem Krankenhaus gegen Honorar als selbständiger Arzt tätig (Honorararzt), nimmt die Rechtsprechung überwiegend eine abhängige Beschäftigung und damit Scheinselbständigkeit an.

Beim PraxisvertreterUrlaubsvertreter ist die Rechtslage nicht sicher geklärt. Es gibt aber gute Argumente für die Zulässigkeit einer selbständigen Beschäftigung, wenn die Umstände stimmen.

Hat ein selbständiger Arzt im wesentlichen nur einen Auftraggeber und beschäftigt er keinen sozialversicherungspflichtigen Arbeitnehmer, ist er als arbeitnehmerähnlicher Selbständiger rentenversicherungspflichtig. Nur wenn eine „BfA-Befreiung“ bzw. eine Befreiung der DRV vorliegt, die für jeden neuen Auftrag beantragt werden muss, kann eine Versicherung beim Versorgungswerk vorgenommen werden.

Ähnliche Einträge