Eine allgemeingültige Definition für den Begriff „Scheinselbständigkeit“ gibt es nicht. Am ehesten lässt sich Scheinselbständigkeit als Beschäftigung definieren, bei der nur formal eine Selbständigkeit praktiziert wird, tatsächlich aber eine sozialversicherungsrechtliche abhängige Beschäftigung oder ein arbeitsrechtlicher Arbeitnehmerstatus oder steuerrechtlich eine Arbeitnehmereigenschaft vorliegt.

Definition von Scheinselbständigkeit im Steuerrecht, Arbeitsrecht, Sozialversicherungsrecht

Wer sozialversicherungsrechtlich scheinselbständig ist, kann trotzdem steuerrechtlich Unternehmer sein. Alle drei Rechtsgebiete haben unterschiedliche Sichtweisen auf die „Scheinselbständigkeit“. So hat das Bundesarbeitsgericht vor kurzem einen Arzt, der selbständig auf Honorarbasis in Vollzeit beim MDK (Medizinischer Dienst der Krankenkassen) in dessen Räumlichkeiten tätig war, nicht als Arbeitnehmer angesehen, während die Sozialgerichte Honorarärzte in Krankenhäusern oder im Rettungsdienst regelmäßig als sozialversicherungspflichtig ansehen.

Kurze Definition von Scheinselbständigkeit

Eine kurze Definition wäre: Scheinselbständigkeit ist eine nur formale Tätigkeit und Auftreten als Selbständiger, der bzw. dem tatsächlich ein anderer Status zugrundeliegt. Noch kürzer: Nur scheinbare Selbständigkeit.

Politisch wird der Begriff als Missbrauch verstanden. Nicht selten liegt allerdings eine schlichte Fehlbeurteilung des Status vor; oft wollen Selbständige auch (nur) selbständig arbeiten.

 

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