Fremdgeschäftsführer einer GmbH sind Personen, die als Geschäftsführer bestellt sind ohne Gesellschafter der GmbH zu sein. Sie sind nicht am Kapital der GmbH beteiligt. Fremdgeschäftsführer sind nach Ansicht der Deutschen Rentenversicherung Bund regelmäßig als abhängige Beschäftigte anzusehen und damit sozialversicherungspflichtig.

Position der DRV zum Fremdgeschäftführer

Die Deutsche Rentenversicherung sieht in einem Fremdgeschäftsführer ohne Kapitalbeteiligung in jedem Fall einen sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten. Daran ändert auch der Rechtscharakter des Anstellungsvertrags als Dienstvertrag nichts.

Bei Fremdgeschäftsführern, die nicht am Stammkapital der GmbH beteiligt sind, liegt nach der Rechtsprechung des BSG grundsätzlich ein abhängiges und damit  sozialversicherungspflichtiges Beschäftigungsverhältnis vor, weil sie den Weisungen der Gesellschafterversammlung unterliegen.

Urteile der Sozialgerichte zum Fremdgeschäftsführer

Bis 2012 haben die Sozialgerichte noch Ausnahmen auch beim Fremdgeschäftsführer zugelassen, wenn dieser durch Besonderheiten eine starke Stellung im Unternehmen hatte und dieses „wie ein eigenes“ führen konnte. Durch eine Änderung lässt das Bundessozialgericht Ausnahmen vom Grundsatz, dass der Fremdgeschäftsführer wie ein leitender Angestellter als sozialversicherungspflichtiger Beschäftigter anzusehen ist, nur noch in atypischen Ausnahmefällen zu, ohne dies näher konkretisiert zu haben.

Geschäftsführer einer Familien-GmbH

Auch wenn der Fremdgeschäftsführer in einem Unternehmen seiner Familie (zB der Sohn des Firmengründers, der das Unternehmen einmal übernehmen soll) tätig ist, ändert das nach Ansicht der DRV nichts daran, dass er wie ein Arbeitnehmer sozialversicherungspflichtig ist. Der Grundsatz der familienhaften Rücksichtnahme gilt auch nach der Rechtsprechung nur noch stark eingeschränkt.

Die DRV schreibt in dem aktualisierten Rundschreiben aus 2014:

Geschäftsführer einer Familien-GmbH sind Personen, die als Geschäftsführer ohne eigene Kapitalbeteiligung an der GmbH ihrer Familie bestellt sind. Bei ihnen erscheint die
Bezeichnung „Fremd“geschäftsführer unpassend. Sie unterscheiden sich aber bei der versicherungsrechtlichen Beurteilung nicht (mehr) von den „echten“ Fremdgeschäftsfüh-
rern.

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