GmbH Geschäftsführer können sozialversicherungspflichtig oder sozialversicherungsfrei beschäftigt werden. Eine sozialversicherungsfreie Beschäftigung ist nicht mehr so leicht zu erreichen wie vor 2012.

GmbH Geschäftsführer als rentenversicherungspflichtige, arbeitnehmerähnliche Selbständige

Das Bundessozialgericht hielt GmbH Geschäftsführer für arbeitnehmerähnliche Selbständige, bis der Gesetzgeber eine entsprechende Gesetzesänderung in § 2 SGB VI vornahm. GmbH Geschäftsführer sind nunmehr im Verhältnis zur GmbH grundsätzlich nicht rentenversicherungspflichtig.

Scheinselbständigkeit beim GmbH-Geschäftsführer

Ob ein GmbH Geschäftsführer scheinselbständig ist, hängt vor allem davon ab, wie selbständig er gegenüber Gesellschaftern agieren kann.  Bei der Beschäftigung eines GmbH Geschäftsführers ist ein obligatorisches Anfrageverfahren (Statusfeststellungsverfahren) vor der Clearingstelle der DRV durchzuführen, in dem festgestellt wird, ob der Geschäftsführer sozialversicherungspflichtig beschäftigt ist oder als selbständiger Dienstnehmer sozialversicherungsfrei bleibt. Letzteres ist immer seltener der Fall, weil das Bundessozialgericht die Grundsätze der  Schönwetter-Rechtsprechung und familienhaften Rücksichtnahme aufgegeben hat.  In der Regel bleibt die Beschäftigung eines Geschäftsführers der GmbH nur noch dann sozialversicherungsfrei, wenn dieser entweder eine Mehrheitsbeteiligung hält oder über eine Sperrminorität verfügt,  mit der er missliebige Weisungen der Gesellschafterversammlung verhindern kann.

Obligatorisches Statusfeststellungsverfahren beim GmbH-Geschäftsführer

Für Gesellschafter-Geschäftsführer, die eine Beschäftigung nach dem 31.12.2004 aufgenommen haben, ist ein obligatorisches Statusfeststellungsverfahren bei der Clearingstelle der Deutschen Rentenversicherung vorgesehen. Dieses wird mit dem Formular / Antrag V0027 eingeleitet, daneben muss das Formular C0032 ausgefüllt werden. Erläuterungen zum Antrag V0027  finden Sie im Merkblatt V0028.

Wir unterstützen Sie bei der Beantwortung der Fragen gerne, aber besser ist es, wenn vorher bereits die richtigen Weichen für eine sozialversicherungsfreie Beschäftigung gestellt werden. Die Rechtslage hat sich seit 2012 durch mehrere Entscheidungen des BSG und der Landessozialgerichte negativ verändert, was in der Praxis, inbesondere bei Steuerberatern, noch nicht angekommen ist.

Risiken bei der Betriebsprüfung

Neuerdings nehmen Betriebsprüfer der DRV auch im Rahmen der alle vier Jahre stattfindenen Betriebsprüfung die bisher unbeanstandete Sozialversicherungsfreiheit der GmbH Geschäftsführer, die Minderheitsgesellschafter sind, und vor 2004 ohne obligatorisches Statusfeststellungsverfahren eingestellt wurden, ins Visier. Hintergrund sind zwei Entscheidungen des Bundessozialgerichts aus August 2012, in denen das BSG seine bisherige großzügige Anerkennung von Umständen, die auch einen Gesellschafter-Geschäftsführer mit Minderheitsbeteiligung als Selbständigen erscheinen liessen, aufgegeben hat.

Status-Check für GmbH-Geschäftsführer

Auch GmbH-Geschäftsführer ohne Mehrheitsbeteiligung an der GmbH, die seit Jahren oder Jahrzehnten unbeanstandet bei Betriebsprüfungen als sozialversicherungsfreie Selbständige anerkannt wurden, sollten jetzt einen vorbeugenden Status-Check vornehmen. In mehreren uns bekannten Fällen hat die DRV Beitragsnachforderungen in sechsstelliger Höhe für mindestens vier bzw. fünf Jahre erhoben. Theoretisch kann die DRV sogar Beiträge für 30 Jahre nachfordern, da nach der neueren Rechtssprechung bereits später – also z.B. 2014 – eintretende Zweifel für bedingten Vorsatz sprechen und damit die 30-jährige Verjährung auslösen kann. Steuerberater haben dieses Problem leider nicht auf dem Radar, wie die von uns vertretenen Fälle zeigen.

Wir bieten einen Status-Check zum günstigen Festpreis an. Sprechen Sie uns an.

Lesen Sie auch unseren Beitrag zum Gesellschafter-Geschäftsführer.

 

 

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