Scheinselbständigkeit in Köln. Von 1987 bis 2011 ist laut Mikrozensus in Köln die Zahl der Selbstständigen von 37.000 auf 71.500 angestiegen, also fast verdoppelt, die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten nur um 26,3 %.

14 % der Beschäftigten waren selbstständig – einschließlich mithelfender Familienangehöriger. 28.100 Selbständige waren in Köln Frauen, 43.500 Selbständige Männer. Die Erwerbstätigkeit bei Selbstständigen und mithelfenden Familienangehörigen steigt mit zunehmendem Alter: Während in der Altersgruppe der 50 bis 64-Jährigen noch 16% der Erwerbstätigen selbständig sind, beträgt der Anteil 44 Prozent der über 64-Jährigen.

Während in Berlin 16 % Selbständig sind, im Bund und in NRW und Stuttgart 12 %, sind es in Köln 14 % (in München und Düsseldorf 15 %) der Erwerbstätigen. Bundesweit waren 2010 4,26 Millionen Personen selbständig, davon 2,4 Solo-Selbständige ohne Arbeitnehmer.

In Köln ist die Zahl der Selbständigen nach Angaben des Landesamtes IT NRW seit der Finanz- und Wirtschaftskrise 2008/2009 rückläufig. Nach rund 74.000 waren im Jahr 2012 noch 71.000 Selbständige registriert. Von den Selbständigen hatten 23.000 eigene Beschäftigte, 48.000 arbeiteten ohne eigene Arbeitnehmer (Solo-Selbständige).

Bei den Solo-Selbständigen ist wegen der Rechtslage und der Rechtsprechung der Sozialgerichte das Risiko einer Scheinselbständigkeit oder arbeitnehmerähnlichen Selbständigkeit mit Rentenversicherungspflicht höher als bei Selbständigen, die Arbeitnehmer beschäftigen.

Die Hälfte der Solo-Selbstständigen verdient nach einer Studie des IW brutto weniger als 1.500 Euro je Monat.

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