Bei Feststellung einer Scheinselbständigkeit findet oft eine Rückabwicklung der Einkommensteuer / Lohnsteuer statt. Nicht selten wird durch den die Lohn- und Gehaltsbuchhaltung verantwortenden Steuerberater die bisherige selbständige Beschäftigung nach einer Betriebsprüfung oder einem Statusfeststellungsbescheid komplett als Arbeitsverhältnis abgerechnet, einschließlich der Abführung von Lohnsteuer durch den bisherigen Auftraggeber und nunmehrigen Arbeitgeber.

Muss bei Scheinselbständigkeit Lohnsteuer abgeführt werden?

Das ist nicht zwingend (siehe dazu unter „Umsatzsteuer“). Denn die Betriebsprüfer der DRV und der Krankenkassen, aberr auch die Sozialgerichte, können nur über die Sozialversicherungspflichtigkeit der Beschäftigung entscheiden, nicht aber darüber, ob ein Arbeitsverhältnis besteht oder die steuerrechtliche Freiberuflichkeit oder Unternehmereigenschaft fehlt. Arbeitsgerichte, Finanzgerichte und Sozialgerichte betonen immer wieder, dass ihre Entscheidungen voneinander unabhängig sind.

Einkommenssteuer und Lohnsteuer – kassiert das Finanzamt doppelt?

Für den Scheinselbständigen lohnt sich die Nachberechnung. Der Scheinselbständige erhält dann, wenn der „Arbeitgeber“ nachberechnet und Lohnsteuer abführt, vom Finanzamt die gezahlte Einkommensteuer zurück. Der Auftraggeber und jetzige Arbeitgeber versucht dann, die dem Scheinselbständigen erstattete Einkommensteuer von diesem zu erhalten, häufig allerdings ohne Erfolg.

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