Auch als Student kann man neben dem Studium selbständig oder abhängig beschäftigt tätig werden.

Student und Scheinselbständigkeit

Bei selbständigen Nebenjobs gegen Honorar droht auch als Student das Risiko Scheinselbständigkeit. Dieses Risiko betrifft allerdings hauptsächlich den Auftraggeber (siehe dazu Folgen einer Scheinselbständigkeit).

Scheinselbständigkeit liegt nach Ansicht der DRV bei typischen Nebenjobs von Studenten sogar oft vor, nämlich bei Messehostessen, Models, Promotoren, Fahrern und anderen Jobs insbesondere bei Eventagenturen.

Lesen Sie, was die Deutsche Rentenversicherung zur Versicherungspflichtigkeit sagt, wenn eine selbständige Beschäftigung sich bei einem Studenten als scheinselbständig (also als abhängig beschäftigt) herausstellen sollte:

Studenten und Praktikanten, die eine Beschäftigung ausüben, sind in dieser Beschäftigung rentenversicherungspflichtig.

Neben dem Studium ausgeübte Beschäftigungen sind in der Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung versicherungsfrei, wenn die wöchentliche Arbeitszeit nicht mehr
als 20 Stunden beträgt. Die Höhe des Arbeitsentgelts ist hier ohne Belang. Übt ein Student oder Praktikant im Laufe eines Jahres mehrere Beschäftigungen aus, so ist er in einer auf höchstens zwei Monate befristeten Beschäftigung mit mehr als 20 Arbeitsstunden in der Woche nur dann versicherungsfrei, wenn die Beschäftigungszeiten im Laufe eines Jahres nicht mehr als 26 Wochen betragen.

Beschäftigungen, die in den Semesterferien ausgeübt werden, sind – unabhängig von Arbeitszeit und Arbeitsentgelt – in der Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung versicherungsfrei.

Studentenjob in der Rechtsprechung

Auch nach der Rechtsprechung sind Studenten, die neben dem Studium einen Nebenjob ausüben, meist versicherungsfrei wegen kurrzeitiger Beschäftigung oder geringfügig Beschäftigung.

Als Personengruppen, die nicht berufsmäßig tätig werden, kommen praktisch nur solche in Betracht, die nach ihrer Lebensstellung in der Regel keine versicherungspflichtige Beschäftigung auszuüben pflegen, wie z.B. Schüler, Studenten während der Semesterferien oder für die Zeit bis zur Aufnahme des Studiums und Rentner. Auch Studierende, die neben ihrem Studium eine entgeltliche Beschäftigung ausüben, um sich durch ihre Arbeit die zur Durchführung des Studiums und zum Bestreiten ihres Lebensunterhalts erforderlichen Mittel zu verdienen (sog. Werkstudenten), sind versicherungsfrei, wenn das Studium den Schwerpunkt der Tätigkeit ausmacht (BSG, Urteil vom 22.02.1980, 12 RK 34/79). Auch studienbegleitende Praktika sind in der Regel versicherungsfrei (Fuchs in Gagel, SGB II/SGB III, 52. Erg.lief. 2014, § 27 SGB II, Rn. 25; vgl. auch BSG 10.12.1998 – Az.: B 12 KR 22/97 R = SozR 3-2500 § 6 Nr. 16).

(Bayerisches Landessozialgericht, Urteil vom 16. April 2014 – L 16 R 698/13 –)

Sonderregeln für Studenten bei Scheinselbständigkeit

Bei der Beschäftigung von Studenten neben dem Studium gelten also Sonderregelungen, so dass die Auswirkungen bei Scheinselbständigkeit nicht so gravierend sind wie bei normalen abhängigen Beschäftigten. Zu beachten sind geringfügige Beschäftigung, kurrzeitige Beschäftigung und unständige Beschäftigung.

Die DRV übersieht in Beitragsbescheiden nach Betriebsprüfung die Sonderregelungen für Studenten erstaunlich oft. Es lohnt sich daher, bei Beitragsnachforderungen den Bescheid einer gründlichen Prüfung zu unterziehen.

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