Nach der Rechtsprechung der Sozialgerichte soll die Bezahlung nach Aufwand, also im Stundensatz,  für Scheinselbstständigkeit sprechen.

Eine Vergütung nach Stundensatz oder Tageshonorar ist aber gerade beim (selbständigen) Dienstvertrag – anders als beim Werkvertrag – nicht nur üblich, sondern sachgerecht:

„Dass die Vergütung auf der Grundlage eines pauschalen Stundensatzes erfolgt, ist als ein Indiz für eine abhängige Beschäftigung zu werten. Jedoch ist in diesem Zusammenhang auch zu berücksichtigen, dass im Fachbereich Anästhesie eine Vergütung pro Operation nicht sachgerecht sein dürfte. Der Anästhesist führt die Narkose bei Operationen unterschiedlichster Fachrichtungen durch, mit der Folge, dass auch die Dauer der Operationen sehr unterschiedlich ist. Die Vereinbarung im Vorfeld, für jede Operation ein festgelegtes Honorar zu berechnen, würde dieser Situation nicht gerecht (SG A-Stadt, Urteil vom 10. Februar 2012 – S 208 KR 102/09 –, juris).
(SG Berlin, Urteil vom 26. Februar 2014 – S 208 KR 2118/12 –, Rn. 29, juris)

Zu Recht hat auch das Bundesarbeitsgericht festgestellt, dass für den Status die Art der Vergütung keine Rolle spielt:

„Die Art der Vergütung spielt schon deshalb keine nennenswerte Rolle, weil entscheidend die Eigenart der Dienstleistung ist, nicht aber die Abwicklung der Entgeltzahlung (BAG 30. Oktober 1991 – 7 ABR 19/91 – zu B II 3 a bb der Gründe, AP BGB § 611 Abhängigkeit Nr. 59 = EzA BGB § 611 Arbeitnehmerbegriff Nr. 44).“

(BAG, Urteil vom 15. Februar 2012 – 10 AZR 301/10 –, Rn. 28, juris)

„bb) Die Art der Vergütung spielt schon deshalb keine nennenswerte Rolle, weil sich die persönliche Abhängigkeit danach bestimmt, inwieweit die Ausführung der versprochenen Dienste weisungsgebunden und damit fremdbestimmt erfolgt. Entscheidend sind die Umstände der Dienstleistung, nicht aber die Modalitäten der Entgeltzahlung (vgl. BAG Urteil vom 14. Dezember 1983 – 7 AZR 290/82 – EzBAT Nr. 8 zu § 1 BAT Arbeitnehmerbegriff, zu 5 der Gründe). Auch Arbeitnehmer können eine am Umfang der Arbeitsleistung orientierte Vergütung („Stücklohn“) erhalten.“

(BAG, Beschluss vom 30. Oktober 1991 – 7 ABR 19/91 –, Rn. 20, juris)

Siehe dazu den Lexikon Eintrag unter dem Stichwort Unternehmerrisiko.

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