Die Vermeidung von Scheinselbständigkeit ist bei vielen Freiberuflern und Auftragebern ein aktuelles Thema. Dabei geht es nicht um „Umgehung“, sondern eine richtige Ausgestaltung der Zusammenarbeit und Fragen zum Vertrag.

Vermeidung von Scheinselbständigkeit durch einen guten Vertrag

Scheinselbständigkeit vermeiden kann man zunächst durch einen Vertrag für die Zusammenarbeit.

Der oft – sogar von Steuerberatern und Anwälten – gehörte Satz, ein Vertrag sei gefährlich („am besten keinen Vertrag“), ist töricht. Nur ein schlechter Vertrag ist gefährlich.

Ein Vertrag ist zwar nicht gesetzlich vorgeschrieben. Er macht aber Sinn. Untersucht bei einer Betriebsprüfung der Prüfer die „Fremdarbeiten“ in der Finanzbuchhaltung näher, will er die Verträge sehen. Die Antwort „es gibt keinen Vertrag, alles mündlich“ zwingt den Betriebsprüfer dazu, weiter zu ermitteln. Nämlich durch Fragekataloge und Formulare.

Wäre die Antwort: „selbstverständlich, hier ist der Vertrag“, würde die Sache anders aussehen. Ergibt die Prüfung des Vertrages, dass die Zusammenarbeit als echte Selbständigkeit ausgedacht und gewollt war und die Regeln der DRV beachtet sind, ist die Prüfung schon beendet. Und zwar im Guten.

Vermeidung von Scheinselbständigkeit durch richtige Beschäftigung

Der schönste Vertrag hilft nichts, wenn der Vertrag offenbar eine andere Zusammenarbeit betrifft. Oder anderherum, wenn der Vertrag mit der Realität nichts zu tun hat. Die DRV prüft regelmäßig die tatsächliche Beschäftigung, wenn Anlaß dazu besteht. Also zB wenn kein Vertrag vorliegt. Aber auch bei Vorliegen eines guten Vertrages kann es – insbesondere im Statusfeststellungsverfahren und Ermittlungsverfahren vom Zoll – zu Untersuchungen kommen, wie die Zusammenarbeit tatsächlich durchgeführt wurde. Das geht dann schon mal ins Auge …

Besser ist es, wenn Vertrag und tatsächliche Durchführung im Einklang stehen und wenn die tatsächliche Durchführung viele Merkmale einer selbständigen Beschäftigung errfüllt.

Vermeidung von Scheinselbständigkeit durch Aufklärung des Selbständigen, eigener Mitarbeiter und Endkunden

Unternehmen sollten ihre Mitarbeiter in deren Bereichen Selbständige eingesetzt werden, auf jeden Fall schulen. Der Selbständige sollte ebenfalls dafür sensibilisiert werden, wodurch er seinen Status gefährden kann.

Im Dreiecksverhältnis muss auch der Endkunde und seine Mitarbeiter einbezogen werden.

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