Eine GmbH-Gründung kann Scheinselbständigkeit vermeiden oder eine Sozialversicherungspflicht begründen.

Sozialversicherungspflicht von GmbH-Geschäftsführern

GmbH-Geschäftsführer, die am Kapital der Gesellschaft nicht (sog. Fremdgeschäftsführer) oder nur mit einem Minderanteil beteiligt sind, sind grundsätzlich abhängig beschäftigt und damit sozialversicherungspflichtig. Nur Gesellschafter-Geschäftsführer, die die Mehrheit der Anteile an der GmbH halten, sind sozialversicherungsfrei als Selbständige und auch nicht – nach einer Klarstellung des Gesetzgebers – als arbeitnehmerähnliche Selbständige rentenversicherungspflichtig. Nur in atypischen Ausnahmefällen, die die Rechtsprechung seit 2012 zunehmend einschränkt, kann auch ein Gesellschafter-Geschäftsführer ohne oder mit einer Minderbeteiligung an der GmbH sozialversicherungsfrei sein. Diese Rechtsprechung wird allerdings immer enger.

Sozialversicherungspflicht bereits vor GmbH-Gründung (Vor-GmbH)

Auch bei der GmbH-Gründung kann bereits eine Sozialversicherungspflichtigkeit der Gründungsgesellschafter eintreten, wenn diese ein Honorar für ihre Tätigkeit für die Vor-GmbH erhalten. Bereits bei der GmbH-Gründung sollten sich die Gesellschafter Gedanken über die Sozialversicherungspflichtigkeit oder Sozialversicherungsfreiheit der Beschäftigung von mitarbeitenden Gesellschaftern, Fremdgeschäftsführern und Gesellschafter-Geschäftsführern machen.

GmbH-Gründung um Scheinselbständigkeit zu vermeiden

Eine GmbH-Gründung wird oft empfohlen, um Scheinselbständigkeit zu vermeiden. Grundsätzlich kann eine GmbH als Auftragnehmer nicht scheinselbständig, d.h. sozialversicherungspflichtig sein. Nur eine natürliche Person kann scheinselbständig sein und Beiträge zur gesetzlichen Sozialversicherung zahlen. Die Deutsche Rentenversicherung prüft allerdings bei einer Ein-Mann-GmbH, ob die GmbH-Gründung nur dazu dient, eine Scheinselbständigkeit zu umgehen. Ist also die Beschäftigung beim Kunden oder bei Zwischenschaltung eines Vermittler bei Endkunden kritisch, ändert die GmbH-Gründung an der Problematik rechtlich nichts, sie reduziert allenfalls die Möglichkeit, „entdeckt“ zu werden.

Gründung einer Ein-Mann-GmbH um Scheinselbständigkeit zu umgehen

In Einzelfällen kann die GmbH-Gründung eines Einzelunternehmers alleine dem Zweck dienen, eine scheinselbständige Beschäftigung zu verdecken, also Scheinselbständigkeit zu umgehen. Dann wird geprüft, ob der Gesellschafter-Geschäftsführer der Ein-Mann-GmbH abhängig beschäftigt ist. Die als Auftragnehmer dazwischengeschaltete GmbH wird bei einem Umgehungstatbestand also ignoriert. Die Sozialversicherungspflichtigkeit tritt dann bei dem tatsächlich als Auftragnehmer abhängig beschäftigten Gesellschafter-Geschäftsführer der Ein-Mann-GmbH ein.

Gründung einer Unternehmergesellschaft (UG) oder Limited (Ltd)

Die vorgenannten Grundsätze gelten bei Gründung einer Unternehmergesellschaft (UG) oder Limited (Ltd) entsprechend.

Weiterführende Hinweise zum GmbH-Gründung

Siehe dazu die Einträge unter Vor-GmbH, mitarbeitende Gesellschafter, Gesellschafter-Geschäftsführer und Ein-Mann-GmbH

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