Scheinselbständigkeit bei Beschäftigung oder Vermittlung einer Messehostess? Hostessen (Messehostess oder Seminarhostess) werden häufig als freie Mitarbeiter durch ein Unternehmen bei Kunden wie Seminarveranstaltern oder für Unternehmen an Messeständen eingesetzt. Die Position der Deutschen Rentenversicherung: Im normalen Agenturbetrieb, in dem für Kunden Veranstaltungen organisiert und nicht die Arbeitnehmer überlassen werden, sind Hostessen / Hosts in der Regel als Arbeitnehmer zu betrachten. Hierfür spricht die weitgehende Weisungsbefugnis der Agentur beziehungsweise ihres Kunden betreffend der Ausführung der Tätigkeit. Hinzu kommt, dass die Hostessen / Hosts häufig nur für einen Auftraggeber arbeiten und regelmäßig selbst keine versiche-rungspflichtigen Arbeitnehmer beschäftigen.

Deutsche Rentenversicherung:

„Im normalen Agenturbetrieb, in dem für Kunden Veranstaltungen organisiert und nicht die Arbeitnehmer überlassen werden, sind Hostessen/Hosts in der Regel als Arbeitnehmer zu betrachten. Hierfür spricht die weitgehende Weisungsbefugnis der Agentur beziehungsweise ihres Kunden betreffend der Ausführung der Tätigkeit, insbesondere in zeitlicher und fachlicher Hinsicht (vergleiche auch Urteil des Hessischen LSG vom 20.10.2005 – L 8/14 KR 334/04 -, www.sozialgerichtsbarkeit.de). Hinzu kommt, dass die Hostessen/Hosts häufig nur für einen Auftraggeber arbeiten und regelmäßig selbst keine versicherungspflichtigen Arbeitnehmer beschäftigen.“

(DRV im Rundschreiben Anlage 2)

Die Deutsche Rentenversicherung beruft sich zudem auf weitere ältere Urteile: vgl. auch SG Mainz vom 02.03.2005, Az.: S 2 RA 80/04; SG Berlin vom 19.10.2004, Az.: S 81 KR 1518/04, S 81 KR 1672/04, S 81 KR 1680/04).

Rechtsprechung: Nach einem Urteil des Hessischen Landessozialgericht (Urteil vom 20.10.2005 Aktenzeichen: L 8/14 KR 334/04) sollen studentische Messehostessen sozialversicherungspflichtig sein.

Unsere Position: Das Urteil des LSG Darmstadt bewegt sich im Ergebnis nicht auf der Linie des Bundessozialgerichts. Nach der Rechtsprechung des Bundessozialgerichts in zwei Urteilen kommt es auch bei Messenhostessen oder Seminarhostessen auf den Einzelfall an. Wenn z.B. durch eine entsprechende Vertragsgestaltung keinerlei Weisungen notwendig sind oder nur projektbezogene Weisungen erfolgen, die Hostessen jederzeit Aufträge ablehnen können, ist eine Scheinselbständigkeit ausgeschlossen. Das bestätigt auch ein neueres sozialgerichtliches Urteil.

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