Als Pauschalist werden freiberufliche Journalisten oder Fotografen bezeichnet, die gegen ein Pauschalhonorar, also auf Rechnung, bei freier Zeiteinteilung für Redaktionen tätig werden.

Pauschalist oder freier Journalist?

Ein Pauschalist liefert der Redaktion für einen monatlichen Pauschalbetrag regelmäßig Beiträge oder Bilder zu einem spezifischen Themengebiet oder Thema (z.B. Reisen oder Finanzen oder Beruf). Freie Journalisten werden gegen Zeilenhonorar im Einzelfall beauftragt.

Tarifvertrag für arbeitnehmerähnliche freie Journalistinnen und Journalisten

Für Pauschalisten gelten uU spezielle Tarifverträge.

Freie, die mindestens ein Drittel ihres Verdienstes bei einem Verlag bzw. Konzern verdienen, gelten als arbeitnehmerähnliche freie Journalistinnen und Journalisten, für sie gilt je nach Tarifbindung der „Tarifvertrag
für arbeitnehmerähnliche freie Journalistinnen und Journalisten an Tageszeitungen Gültig ab 1. August 2010″.

Im Rundfunkanstalten gelten ebenfalls spezielle Tarifverträge für freie Mitarbeiter, zB im SWR.

Wann ist ein Pauschalist scheinselbständig?

Das kommt auf eine Vielzahl von Kriterien an. Von Bedeutung ist insbesondere ein fehlendes Unternehmerrisiko, eine zeitlich vollständige Bindung an einen Auftraggeber und die Berücksichtigung in Dienstplänen. Die meisten Pauschalisten würden in einem Statusfeststellungsverfahren – wie die Erfahrung zeigt – von der Clearingstelle der DRV als scheinselbständig, d.h. abhängig Beschäftigte, angesehen.

Wann ist ein Pauschalist Arbeitnehmer mit allen Rechten?

Pauschalisten können auch Arbeitnehmer sein, wenn sie weisungsgebunden arbeiten, durch Dienstpläne fest in den Arbeitsablauf einer Redaktion eingeplant sind und Aufträge  nicht ablehnen können. Einen in Vollzeit verfügbaren Bild-Reporter, der vertraglich verpflichtet war, monatlich mindestens 80 Fotos abzuliefern und dafür eine Pauschale von 5500 Mark erhielt, sah das Bundesarbeitsgericht als Arbeitnehmer an ( BAG, Beschluss vom 16. Juni 1998 – 5 AZN 154/98).

Die Süddeutsche Zeitung in München stellt neuerdings Pauschalisten fest ein, so die TAZ vom 21.1.2016. Auch bei Springer in Berlin ist das Problembewusstsein gewachsen. Beim Kölner Stadtanzeiger (MDS) scheint die Problematik der Scheinselbständigkeit nach Ermittlungen der Staatsanwaltschaft ebenfalls vielen Journalisten zur Festanstellung zu verhelfen. Wie Meedia im April 2016 berichtet, bietet MDS vielen „Freien“ eine Festanstellung an; alternativ ist eine Trennung in verschiedenen Räumen vorgesehen.

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