Ein Physiotherapeut kann sowohl selbständig als auch abhängig beschäftigt sein. Das Bundessozialgericht (BSG) hat mit Urteil vom 11.11.2003 (Aktenzeichen B 12 RA 2/03 R) festgestellt, dass Krankengymnasten bzw. Physiotherapeuten die Patienten auf Grund ärztlicher Verordnung behandeln, als – selbständige – Pflegepersonen im Sinne des § 2 S.1 Nr. 2 SGB VI anzusehen sind.

Ein Physiotherapeut, der seine Leistungen in einer fremden, zur Leistungserbringung nach § 124 SGB V zugelassenen Praxis erbringt, ist nach Ansicht der Sozialgerichte in der Regel abhängig beschäftigt. Viele Sozialgerichte nehmen dies sogar unter Umständen auch dann an, wenn eine Abrechnung nicht über die Praxis erfolgt.

Osteopathen, die in fremder Praxis nach eigener Terminvereinbarung eigene Patienten und Patienten der Praxis eines anderen Physiotherapeuten behandeln, dürfte aber als echte Selbständige anzusehen sein.

Vor Scheinselbständigkeit schützt weder eine Hauptbeschäftigung noch mehrere Auftraggeber. Auch im Nebenjob kann ein Physiotherapeut scheinselbständig oder selbständig sein. Bei mehreren Auftraggebern ist jede Beschäftigung bei dem einzelnen Auftraggeber zu prüfen.

Rechtsprechung bzw. Urteile der Sozialgerichte zur Selbständigkeit bzw. Scheinselbständigkeit beim Physiotherapeut.

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